ERP ohne Bullshit #8: Warum Standard-ERP auch im Zeitalter des Vibe-Codings relevant bleibt
„Unser ERP können wir doch einfach selbst mit KI bauen.“ 🤖
Diesen Satz habe ich mittlerweile schon öfter gehört.
Ja – mit Vibe-Coding entstehen heute beeindruckend, fast schon beängstigend schnell Dashboards, Workflows und individuelle Apps.
Aber:
Ein funktionierender Prototyp ist noch lange kein ERP.
Ein ERP muss kritische Geschäftsprozesse zuverlässig und nachvollziehbar abbilden – über Jahre hinweg:
🔹 konsistente Daten und durchgängige Prozesse
🔹 korrekte Buchhaltung und gesetzliche Anforderungen
🔹 Rollen, Berechtigungen und Funktionstrennung
🔹 belastbare Schnittstellen und sichere Daten
🔹 Wartung, Support, Updates und Skalierbarkeit
Das selbst zu entwickeln und dauerhaft zu betreiben, ist deutlich komplexer als ein Tool zu bauen, das im Demo-Fall funktioniert.
Genau deshalb bleiben Standard-ERPs meiner Meinung nach auch künftig relevant:
✅ bewährte Kernprozesse statt individueller Insellogik
✅ integriertes Prozess- und Branchenwissen
✅ kontinuierliche Weiterentwicklung
✅ geringere Abhängigkeit von einzelnen Entwicklern
✅ stabiler Rahmen für gezielte Erweiterungen
Die Zukunft ist aber kein Entweder-oder.
🛠️ Vibe-Coding kann ein Standard-ERP sinnvoll ergänzen – mit unternehmensindividuellen Apps, Eingabemasken, Automatisierungen, Dashboards und KI-Assistenten.
Die entscheidende Frage lautet:
Was gehört in den stabilen ERP-Kern – und was sollte flexibel darum herum gebaut werden?
Mein Punkt:
Vibe-Coding macht Softwareentwicklung leicht und schnell. Es ersetzt aber weder Prozessverständnis noch Governance noch gute ERP-Entscheidungen.
Oder kurz gesagt:
Standardisieren, was kritisch ist.
Individualisieren, was differenziert.
Automatisieren, was verstanden ist.
👉 Wo zieht ihr die Grenze zwischen sinnvoller Eigenentwicklung und einem belastbaren Standard-ERP?
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